Einzugsmarsch aus dem "Zigeunerbaron" - zum 200. Geburtstag von Johann Strauss Sohn und zum 140-Jahr-Jubiläum der Operette

Neben der Fledermaus und Eine Nacht in Venedig wurde Der Zigeunerbaron die erfolgreichste Operette von Johann Strauss Sohn. Die Uraufführung fand am 24. Oktober 1885 im Theater an der Wien statt. Wie Franz Mailer in seinem Kommentierten Werkverzeichnis berichtet, hatte Johann Strauss eine Vision. Er schrieb im September 1885 aus Berlin dem Librettisten Ignaz Schnitzer (zur Weitergabe an den Regisseur des Theaters an der Wien, Franz von Jauner): „Der Einzugsmarsch muss großartig werden. Etwa 80-100 Soldaten (zu Fuß, zu Pferde), Marktetenderinnen (in spanischer, ungarischer, wienerischer Toilette), Volk, Kinder mit Buschen und Blumen, welch letztere sie den heimkehrenden Kriegern streuen etc. etc.“ Johann Strauss ging es um den dramaturgischen Effekt, die im Text angedeutenden Kriegsbezüge und die Jubelfeier sind historisch nicht in dieser Form nachvollziehbar.

 

Der Vision von der grandiosen Empfangsszene für die aus dem Spanischen Erfolgekrieg heimkehrenden österreichisch-ungarischen Soldaten als Nr. 17 im dritten Akt entsprach auch der „schneidige“ Einzugsmarsch, den Strauss komponiert hatte. Der Text, den der Chor singt, beginnt mit folgenden Worten:

Hurrah - die Schlacht

Mitgemacht

Haben wir im fernen Land, -

Pulverdampf

Ist im Kampf

Uns gar nicht unbekannt!

 

 Die erste konzertante Aufführung des Einzugsmarsches fand am 6. Dezember 1885 im Wiener Musikverein durch die Strauss-Kapelle unter der Leitung von Eduard Strauss statt. Das Wiener Fremden-Blatt kündigte am 22. Dezember 1885 mehrere Notenausgaben für Klavier und teilweise auch für Orchester aus dem Zigeunerbaron an, die im Musikverlag C. A. Spina erschienen sind. Darunter waren neben der Ouvertüre, dem Schatz-Walzer op. 418 und der Polka op. 419 Brautschau auch der Einzugsmarsch, der ohne Opusnummer geblieben ist. Zahlreiche weitere Ausgaben folgten 1886 für verschiedenste Besetzungen.

 

Der Einzugsmarsch aus dem Zigeunerbaron von Johann Strauss Sohn erschien bald auch in den Programmen der Militär- und Zivilkapellen in Wien und in anderen Städten und ist bis heute wohl der am häufigsten gespielte Marsch des Walzerkönigs. Er war mehrfach auch im Programm des berühmten Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker.

 

Es gibt zahlreiche Aufnahmen für Streichorchester (mit und ohne Chor) und Blasorchester sowie mehrere Notenausgaben für Blasorchester.