
Jaroslav Labský wurde am 27. November 1875 in Praskačka bei Hradec Králové (Königgrätz) als Sohn des Lehrers, Organisten und Flötisten Josef Labský geboren. Schon früh zeigte er sich als vielseitiger Instrumentalist (Violine, Klarinette, Flügelhorn, Querflöte).
Von 1891 bis 1896 war er als Orchestermusiker im Ausland tätig, u. a. in Istanbul. 1896 trat er in die Militärmusik des Infanterie-Regiments Nr. 18 in Theresienstadt (heute Terezín) ein. 1900 wechselte er zum Infanterie-Regiment Nr. 99 in Olmütz, kehrte aber schon ein Jahr später wieder zu den 18ern zurück. Zwischen 1901 und 1904 studierte er Harmonielehre und Kontrapunkt bei Josef Nešvera in Olmütz.
1905 kam er zu den 84ern nach Krems, ab 1908 war er in Wien Feldwebel-Musikdirigent beim neuaufgestellten Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 1. Gleichzeitig studierte er am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde. Das folgende Foto zeigt Jaroslav Labský an der Spitze seiner Musik stehend beim Einzug zur Burgwache am 7. Jänner 1909.

Im März 1914 wurde Labský zum Militärkapellmeister beim Infanterie-Regiment Nr. 37 in Agram (heute Zagreb) ernannt, wo er bis zum Ende der Donaumonarchie blieb.
Nach 1918 wurde er in die tschechoslowakische Armee übernommen und diente als Kapellmeister bei der Garnisonsmusik Kutná Hora und von 1920 bis 1923 bei der Regimentsmusik des Infanterie-Regiments Nr. 21 in Čáslav. Von 1925 bis 1927 war Labský Dirigent der Kutnohorská filharmonie und des Schützenvereins-Orchesters Kutná Hora, von 1929 bis 1940 Leiter des Prager Nationalgarde-Orchesters. Jaroslav Labský starb am 28. Oktober 1949 in Prag.

Labský schrieb rund 500 Kompositionen, neben einer Oper (Hadráři) auch drei Operetten, 8 Ouvertüren und 80 Walzer, außerdem zahlreiche Märsche, darunter 37er Regimentsmarsch, Meletta, Musik vor, Kommandeur-Marsch und Prager Leben. 1909 erhielt er unter 251 Einsendungen (!) mit dem Titel Mutig voran den ersten Preis beim vom Landesverteidigungsministerium ausgeschriebenen Wettbewerb für Fanfarenmärsche für die Landwehr.
Sein heute meistgespieltes Werk ist der Olympia-Marsch (auch Olympiáda bzw. Olympiade-Marsch), der ab 1915 in Konzertprogrammen aufscheint; ein genaues Uraufführungsdatum ist nicht nachweisbar. Der Olympia-Marsch ist in mehreren Verlagen in modernen Ausgaben erhältlich. Aufnahmen gibt es u.a. bei Spotify und YouTube. Die Abbildung zeigt die Abschrift einer Stimme des 1. Flügelhorns in einem Marschbuch aus dem Jahre 1930.
Quellen (Auswahl): Nachlass Emil Rameis, Österreichisches Staatsarchiv, Abt. Kriegsarchiv, Signatur B/796:1, Fol. 434, sowie und Grund- und Contobuch Bd. 4, S. 64; Rudolf Stanek, „Jaroslav Labsky - der Komponist des Olypmia-Marsches“, Österreichische Blasmusik, Jg. 26, Heft 4 (Mai 1978), S. 4; Český hudební slovník (abgerufen am 30.08.2025).